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Monday, April 14, 2008

Back to London - or not

- Ein kleiner Reisebericht über die letzten Tage -

Letzten Donnerstag haben wir uns dem kanadischen Lebensstil etwas angepasst und uns ein Auto gemietet. Wir wohnen in Waterloo in bequemer Laufweite zur Hauptstrasse, in der viele Geschäfte, die beiden kleinen Kinos und ein Supermarkt sind, auch ein gut sortierter kleiner Buchladen mit dem schönen Namen 'Words worth books', hatten aber ohne Auto bisher wenig Gelegenheit unsere weitere Umgebung zu erkunden. Unsere erste Spritztour galt der Gegend nördlich von Waterloo. Dort lebt u.a. eine recht große Gemeinde von Mennoniten, die mit Pferdewagen unterwegs sind. Für die gibt es neben der geteerten Straße eine Schotterspur, auf der sie gemächlich dahinzotteln können. Es gibt hier sogar Verkehrshinweisschilder mit einem Pferdewagen, die den Besucher der Gegend auf solche langsamen Fahrzeuge im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Am Freitag morgen sind wir nach London gefahren. T. hat am King's University College über seine Arbeit vorgetragen, little D. hat in der Zwischenzeit London erkundet. London in Ontario hat etwa 350.000 Einwohner, ist gut 100km von Waterloo entfernt und hat mit unserem London, abgesehen von den Straßennamen, nur sehr wenige Gemeinsamkeiten. London ist eine freundliche kanadische Stadt. ;-) Nach dem Mittagessen mit T.s Kollegen haben wir noch einen Abstecher an den Lake Huron gemacht. Wir sind in Grand Bend rausgekommen, ein kleines Örtchen an der Küste, das in der Saison voll ist von Familien mit Kindern. Da die Saison erst im Mai beginnt, war der km-lange Sandstrand wie ausgestorben. So weit wir sehen konnten, waren nur sehr vereinzelte Herrchen oder Frauchen mit Hund unterwegs - weit entfernt. Wir hatten den Strand ganz für uns. Was will man mehr?! Weil es am Freitagmorgen recht stark geregnet hat und das Wetter auch so bleiben sollte, haben wir leider unsere Kamera vergessen. Deshalb hier ein offizielles Bild von der Touristenhomepage:

Das Fahren auf Kanadas Landstraßen und Autobahnen ist übrigens sehr angenehm. Keine Drängler, keine Raser, entspanntes Fahren. Es geht auch so!

Samstag war ein eher ruhiger Tag. Wir haben im Regen St. Jacobs besucht. Und auch gleich im Levis-Outletshop eine Jeans für T. erstanden. Abends waren wir mit einem Bekannten sehr gut essen. Hier in Waterloo, im Charbries.

Am Sonntag wurde das Wochenende noch besser. Es war zunächst Regen und Schnee angesagt, wir hatten aber Sonnenschein vom Feinsten. Recht früh haben wir uns aufgemacht nach Niagara-on-the-Lake, ein pitoreskes Örtchen an der Mündung des Niagara River in den Lake Ontario, etwa 25km nördlich der Niagara Fälle. Jetzt wissen wir auch, wo die Reichen hier wohnen. Genau in dieser Gegend. Niagara-on-the-Lake liegt direkt am See und es gibt viele Häuser/Villen/burgenähnliche Häuser, die mit Seeblick gebaut sind. Die Gegend westlich des Niagara River ist eine Weingegend. (Der Wein wird dort auf Feldern angebaut.) Zum Glück sind wir dem Rat des Reiseführers gefolgt und haben die Autobahn schon vor Niagara-on-the-Lake verlassen. Es war ein gemütliches Fahren mit sehr schönen Ausblicken.

Niagara-on-the-Lake

Als wir endlich an den Niagarafällen ankamen, war es schon Nachmittag. Weil auch dort noch keine Saison ist, waren trotz Sonnenschein und Sonntag nur wenige Touristen unterwegs. Wir haben es sehr genossen. Die Boote, die in die Gischt der Horseshoe Falls fahren, hatten noch Winterschlaf. Little D. war sehr froh darüber, denn neben Personen auf Landschaftsfotos hasst sie auch Touristenboote auf Fotos.;-) Hier ein paar Schnappschüsse:

Canadian Horseshoe Falls
(Sie sind 56m hoch und 675m breit und es fließen 2.549 m³ Wasser pro Sekunde von den USA nach Kanada.)


American Falls
(Sie sind 58m hoch und 430m breit und lassen nur 1/10 des Wasser des Niagara Rivers durch.)


American Falls - Detail


Horseshoe Falls - Detail

Saturday, April 05, 2008

Die weite Welt und die Provinz

King Street East, Kitchener

Seit dem 1. April haben wir London vorübergehend verlassen und uns aufgemacht in die schöne weite Welt. Die weite Welt ist in unserem Fall Waterloo in Kanada. Nein, wir machen hier nicht einfach Urlaub, aber wir genießen die Zeit neben der Arbeit.

Waterloo ist eine Stadt mit 115.000 Einwohnern, die in die Nachbarstadt Kitchener übergeht (214.000 Einwohner). Wir sind etwa 100 km südwestlich von Toronto in Ontario. Wenn man sich die umliegenden Orte anschaut, könnte man meinen, wir sind in Europa. Hier gibt es auch ein London, natürlich auch ein Paris, ein Heidelberg, ein Mannheim, ein Baden, Kitchener war früher mal Berlin, ein Stratford, offensichtlich nicht genug, um an Shakespeare zu erinnern, denn gleich daneben liegt Shakespeare. Auch gibt es ein Wallenstein, ein Cambridge, Woodstock nicht zu vergessen, New Hamburg, auch Delhi ist zu finden und gar Scotland; ebenso Brussels, Bornholm, Petersburg, Breslau und Dublin. Nicht wirklich einfallsreich, die Auswanderer in früherer Zeit.
Aber das ist jetzt anders, denn Waterloo hat 2007 einen wichtigen Preis erhalten. In dem Besucherheftchen für die Region klingt das so:
"Waterloo is gaining an international reputation as a key community of the 21st century, a reputation strongly enhanced when the city was named the world's 2007 Intelligent Community of the Year. That honour was bestowed by the Intelligent Community Forum; Waterloo was competing with impressive cities from all around the world. As the home of high tech giants, important academic centres and innovative institutions, Waterloo attracts wide-spread international attention on a regular basis. It's largely because of the presence of many cutting edge businesses, as well as two universities and other important institutions , that Waterloo has developed the personality it has - bright, creative, hospitable, culturally-aware, and entertaining."

Wie gut, dass auch wir jetzt eine Zeit lang zur Intelligent Community gehören dürfen. Wir haben sogar schon eine kleine Theorie entwickelt, weshalb Waterloo diesen beachtlichen Status erreicht hat: sehr wenig Ablenkung. Man darf sich nicht blenden lassen von der weiten Welt, denn auch in der Ferne kann es Provinz geben. ;-)

Perimeter Institute, Waterloo